Änderungen 2011
Die Gesundheitsreform, die von Bundesgesundheitsminister Rösler ausgearbeitet und vom Parlament kürzlich verabschiedet wurde, birgt auch einige Änderungen für die Kassenpatienten. Im Folgenden gibt’s daher eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen und staatlichen Beihilfen.
Beitrag steigt
Obwohl die Regierung und vor allem die FDP im Wahlkampf eigentlich genau das Gegenteil versprochen hatte, steigen die Beiträge ab dem nächsten Jahr an. So müssen künftig die rund 50 Millionen gesetzlich Krankenversicherten anstatt 14,9 Prozent künftig 15,5 Prozent an Krankenversicherungsbeiträgen zahlen. Das bedeutet auch, dass die Arbeiter und Angestellten genauso wie das Unternehmen selbst künftig um 0,3 Prozent mehr an Beiträgen zahlen müssen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn möglichst viele Arbeitnehmer sich am liebsten privat versichern lassen möchten.
Dies wird künftig auch immer lukrativer, denn ab Beginn des nächsten Jahres wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 49.950 Euro auf 49.500 Euro gesenkt und darüber hinaus muss der Antragsteller das entsprechende Bruttogehalt nur noch für ein Jahr vorweisen. Ähnlich wie 2004, als die gesetzliche Sterbeversicherung wegfiel und von nun an die Angehörigen sämtliche Kosten selbst tragen mussten, setzt die Regierung wohl auf mehr Eigenverantwortung des Bürgers. So ist heutzutage jeder gut beraten, der neben einer privaten Altersvorsorge auch eine Sterbegeld Absicherung abschließt, denn in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft und den Nachfolgen der Wirtschaftskrise muss der Bürger immer mehr Aufgaben übernehmen, die früher selbstverständlich vom Staat getragen wurden.
Bemessungsgrenze sinkt
Eine der wenigen positiven Änderungen ist das Sinken der Beitragsbemessung von 3.750 auf künftig 3.712,50 Euro brutto im Monat. Das bedeutet, dass Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen künftig weniger zahlen müssen, was natürlich besonders die Kritik der SPD und der Linken hervorrief.
Elterngeld
Auch beim Elterngeld ändert sich einiges, so bekommen die Eltern künftig weniger Geld in der Babypause wenn sie mehr als 1.240 Euro im Monat verdienen. Denn ab 2011 werden nur mehr 65 anstatt der bisher üblichen 67 Prozent des letzten Einkommens ausbezahlt. Wer Arbeitslosengeld 2 bezieht oder ein Jahreseinkommen von über 250.000 Euro hat, bekommt ab 2011 überhaupt kein Elterngeld mehr.
Kritiker bemängeln schlechtere Versorgung
Während die Bundesregierung ihrer Meinung nach eine erfolgreiche Gesundheitsreform auf den Weg gebracht hat, werden die Stimmen der Kritiker immer lauter. Vor allem die Versorgung älterer Mitbürger sei immer schlechter und unzureichender als noch vor wenigen Jahren. Glaubt man den Kritikern, so werden gesetzliche versicherte Senioren teilweise wie Bürger zweiter Klasse behandelt, statt der notwendigen Therapien wie etwa einem Kur- oder Rehaaufenthalt würden sie oftmals mit Medikamenten abgespeist. Eine neue Studie belegt, dass Patienten ab dem Alter von 65 von vielen Ärzten nur mehr oberflächlich behandelt werden. Die Bundesregierung will diesem Verhalten jedoch mit einem Maßnahmenkatalog zu Leibe rücken, da Senioren über 60 bald ein Drittel der Wähler ausmachen, wohl nicht nur aus uneigennützigen Gründen.
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